Vorteile und Ablauf der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU)

1954 wurde in Deutschland die MPU eingeführt. Sie dient Fahrerlaubnisbehörden als Grundlage zu der Entscheidung, ob einem Kraftfahrer die Fahrerlaubnis neuerteilt oder entzogen wird. Im europäischen Ausland dagegen werden keine fachlich begründeten Einzelfallprüfungen durchgeführt – üblicherweise werden stattdessen bei schwerwiegenden Straftaten im Straßenverkehr und bei gehäuften Verstößen Strafen von oft erheblicher Höhe erteilt. Jedoch kann damit nicht zur Senkung des Unfallrisikos in der Zukunft beigetragen werden – nur eine offene Auseinandersetzung der Betroffenen mit den Ursachen und eine Änderung ihrer Einstellung und Verhaltensmuster kann dies gewährleisten

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Das deutsche Fahrerlaubnissystem mit MPU und gesetzlichen Maßnahmen hat sich deshalb im europäischen Vergleich bewährt. Es trägt maßgeblich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und zur Senkung der Unfallopferzahlen (Getötete und Verletzte) in Deutschland bei.

Ein MPU-Gutachten basiert auf Fakten und Erfahrungswissen und dient der Prognose, wie ein Verkehrsteilnehmer sich zukünftig im Straßenverkehr bewährt – damit ist sie als Wahrscheinlichkeitsaussage zu betrachten. Das Ergebnis ist sowohl im Fahreignungsregister als auch in der Führerscheinakte dokumentiert. Wenn die verkehrsmedizinischen und verkehrspsychologischen Befunde die Zweifel der Fahrerlaubnisbehörde nicht bestätigen, fällt das Gutachten positiv aus. Dies ist das Fall, wenn die Befunde über belegbare Hinweise auf eine stabile Verhaltens- und Einstellungsänderung verfügen.

Liegt das MPU-Gutachten vor, prüft die zuständige Fahrerlaubnisbehörde seine Nachvollziehbarkeit: Formale und inhaltliche Standards müssen wie Widerspruchsfreiheit, wissenschaftliche Nachprüfbarkeit und logische Ordnung erfüllt sein. Zudem müssen gesetzliche Vorgaben, Begutachtungs-Leitlinien und Beurteilungskriterien zur Kraftfahrereignung berücksichtigt sein. In der Praxis ist dies zwar selten der Fall, aber die Fahrerlaubnisbehörde kann ein Gutachten auch ablehnen, wenn oben genannte Standards nicht eingehalten wurden oder wenn die Behörde begründete Zweifel an der Objektivität des Gutachtens vorlegen kann.